Kafka trifft Monty Python – Oleksandr Irwanets liest in Hamburg

Am 23.05.2022 um 19:00 Uhr in der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg am Hühnerposten 1 gibt es einen Leckerbissen für Freunde der ukrainischen Literatur: der ukrainische Schriftsteller und Dichter Oleksandr Irwanets ist zu Gast für eine Autorenlesung aus seinem Buch “Pralinen vom roten Stern” (“Riwne / Rowno”).

Oleksandr Irwanets

Oleksandr Irwanets, einer der Gründer der legendären Lviver Autorengruppe Bu-Ba-Bu in den 1980er Jahren, ist einer der bekanntesten Satiriker der ukrainischen Gegenwart. Zur Zeit ist er auf Einladung des Wissenschaftskolleg zu Berlin in Deutschland und setzt so frühere Studienaufenthalte fort.

Der vorgestellte Roman ist eine satirische Antiutopie mit ernstem Hintergrund – die westukrainische Stadt Riwne findet sich nach einem Putsch in der “Sozialistischen Ukrainischen Volksrepublik” wieder und verdankt es einem Zufall, dass eine Hälfte – ganz gleich Westberlin – zu einer Art Insel in fremdem Staatsgebiet geworden und durch eine Mauer vom anderen Teil getrennt ist. Von hier bricht der Held unserer Geschichte einer Einladung folgend in den Ostteil auf, ohne zu ahnen, welch kafkaeskes Abenteuer ihm bevor steht.

Die anschließende Diskussion wird von Daniel Kaiser moderiert. Der Eintritt ist frei.

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Angebot für Ukrainer in den Hamburger Bücherhallen

Während der verbrecherische Krieg der russischen Föderation gegen die Ukraine fortdauert, suchen immer mehr Ukrainer Schutz im Ausland, und auch Hamburg bereitet sich auf eine große Menge Menschen vor, die wir hier willkommen heißen und denen wir alle denkbare Hilfe zukommen lassen wollen. Eine sehr wichtige Initiative dazu haben die öffentlichen Bücherhallen gestartet, die wir hier allen wärmstens ans Herz legen wollen.

Bücherhallen Hamburg, Zentralbibliothek, Hühnerposten, Photo: © Michael Zapf

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Die Elbphilharmonie sagt das Konzert mit Valery Gergiev ab

Gerade eben erreichte uns die Nachricht, dass die Elbphilarmonie das Konzert des Mariinski-Orchesters aus St. Petersburg unter der Leitung des Putin-Freundes Valery Gergiev abgesagt hat. Dieser Entscheidung sind Proteste anlässlich der russischen Invasion in die Ukraine vorausgegangen.

Die Hamburger Elbphilharmonie, Photo: Hackercatxxy, veröffentlicht auf Wikimedia, Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

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5. Juni: Präsentation der deutsch-ukrainischen Anthologie “Paul Celan 100”

Im Rahmen des Projektes „Paul-Celan-Literaturtage 2020 (Lesungen, Diskussionen und Buchpräsentationen in der Ukraine und in Deutschland)“ zum 100. Geburtstag des Dichters wurde das zweisprachige Buch „Paul Celan 100“ im Meridian Czernowitz Verlag veröffentlicht. Es besteht aus vierzehn Essays von sieben deutschen und sieben ukrainischen Autoren – den Teilnehmern der Czernowitzer Residenz „Paul Celan 100“. Die Anthologie führt verschiedenste Ansätze, Einschätzungen und Interpretationen des Werks und Lebens eines der bedeutendsten deutschsprachigen Dichters des vorigen Jahrhunderts zusammen.
Das Buch enthält Beiträge von Juri Andruchowytsch, Nora Bossong, Serhij Zhadan, Alexandru Bulucz, Oksana Sabuschko, Max Czollek, Kateryna Kalytko, Daniela Danz, Andrij Ljubka, Klaus Reichert, Tanja Maljartschuk, Yoko Tawada, Igor Pomeranzew und Ron Winkler. Es ist hier online verfügbar: https://celanzentrum.com/3d-flip-book/deutsch-ukrainische-anthologie-paul-celan-100
In unserem Online-Event werden nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden des Deutsch-Ukrainischen Kulturvereins, Martin Dietze, drei der Autoren ihre Essays lesen und an einem Gespräch mit der Herausgeberin Evgenia Lopata über Paul Celan und sein Werk sprechen: aus der Ukraine Kateryna Kalytko und Andrij Ljubka und aus Deutschland Daniela Danz.
Wir vom Deutsch-Ukrainischen Kulturverein e.V. freuen uns, bei dieser interessanten Präsentation mitwirken zu dürfen!
Die Veranstaltung findet in Zoom statt: https://zoom.us/j/94564565469
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Rückblick – Ukrainische Weihnachtslieder

Gestern, am 26. November, schlossen wir unseren diesjährigen Workshop “Ukrainische Weihnachtslieder für Chorsänger” mit einem zehnminütigen Auftritt vor vollem Haus in der Hauptkirche St. Petri in Hamburg ab. Unser Chor bestand aus Sängern des Chors der ukrainisch-katholischen Kirche in Hamburg und Teilnehmern am Workshop, und wir trugen ein kurzes Programm aus zwei traditionellen Weihnachtsliedern, dem Kontakion aus der Weihnachtsliturgie sowie dem berühmten “Schchedryk” von Mykola Leontowytsch vor – dem wohl berühmtesten ukrainischen Lied, von dem nur wenige wissen, dass es ein ukrainisches Lied ist.


Es war ein schöner und interessanter Abend, nicht zuletzt auch durch die Auftritte der anderen beiden Chöre, und nach dem Ende der Veranstaltung standen wir noch lange mit einander und auch Zuhörern bei Häppchen und Wein zusammen.

Wir danken allen, die so treu zu den Proben gekommen sind und dadurch erst unseren Auftritt möglich gemacht haben, ebenso natürlich auch den Veranstaltern, insbesondere der ACK, die jedes Jahr zu diesem internationalen Singen im Advent einlädt.

 

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26. November: Ukrainische Kolyadky in der Hauptkirche St. Petri in Hamburg

Die Ukraine hat mit Deutschland eines gemeinsam: eine reiche Tradition an Weihnachtsliedern. Am Dienstag, dem 26. November besteht die Möglichkeit, einige dieser Lieder live zu hören. Um 19:00 Uhr beginnt in der Hauptkirche St. Petri das diesjährige internationale Adventssingen. Neben zwei anderen Chören wird ein Projektchor bestehend aus Ukrainern verschiedener Konfessionen, Deutschen und anderer Nationalitäten ukrainische Kolyadky in Chorbearbeitung vortragen.

Weihnachts-Ikone gemalt auf Glas, Autor: Romko Malko

Wer schon immer seinen deutschen Freunden und Verwandten etwas über die ukrainische Kultur zeigen wollte, hat hier eine gute Möglichkeit dazu! Nach der Veranstaltung folgt ein geselliges Zusammensein für Fragen oder auch einfach nur Kennenlernen in der Kirche.

Übrigens: wem die Musik so gut gefällt, dass er sie gern selber einmal singen möchte, kann das tun. Der Chor der ukrainisch-katholischen Gemeinde in Hamburg-Neugraben, der einen großen Teil der Sänger beim Konzert stellt, sucht nach wie vor Verstärkung, vor allem (aber nicht nur) im Bass und im Sopran. Für Interessierte, die die ukrainische Sprache nicht beherrschen, gibt es auch Noten in lateinischer Umschrift, also bei Interesse einfach gern beim Dirigenten melden!

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Chor-Workshop und Konzert: Ukrainische Weihnachtslieder

Weihnachts-Ikone von Ostap Lozynskyj

In diesem Jahr laden wir wieder zu einem Chorworkshop ein. Die Tradition vieler und besonders schöner Weihnachtslieder ist eine Besonderheit der Ukraine im ostslawischen Raum, und wie auch etwa in Deutschland haben im Laufe der Zeit die großen Komponisten des Landes Bearbeitungen für Chöre geschaffen (eine kleine Auswahl kann man in diesem Artikel auf Народний Фаст Фуд kennenlernen).

Wir wollen uns an drei Abenden Bearbeitungen ukrainischer Weihnachtslieder von Komponisten wie Kyrylo Stetsenko, Myroslaw Skoryk, Mykola Leontovytsch, Volodymyr Yakymets’ und anderen erarbeiten.

Wir treffen uns an drei Donnerstagabenden: dem 31. Oktober, dem 7. und 14. November jeweils von 19:00 bis 21:00 in der Musikschule Eimsbüttel, Marthastr. 46, 20259 Hamburg. Am 26. November, zusammen mit dem Chor der ukrainisch-katholischen Gemeinde in Hamburg, haben wir einen 20-minütigen Auftritt beim Internationalen Adventssingen in St. Petri.

Mitmachen kann jeder, der ein wenig Chorerfahrung hat. Die ukrainische Sprache soll dabei nicht zum Problem werden, wir bereiten alles Notenmaterial sowohl im Original als auch in lateinischer Umschrift vor, und es werden einige Muttersprachler dabei sein, die bei der Aussprache helfen!

Wer gern teilnehmen möchte, melde sich bitte vorher bei uns, z.B. über unsere Facebook-Seite oder auch per Email: info@deutsch-ukrainischer-kulturverein.de. So können wir bei etwaigen Terminänderungen o.ä. alle erreichen, so dass niemand etwas verpasst!

Hier ist eine kleine Youtube-Playlist mit besonders schönen Chorbearbeitungen von ukrainischen Weihnachtsliedern, von denen wir dann einige singen werden:

 

 

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Rückblick – Film “Mythos” in Hamburg

Am 17. Mai fand unser Filmabend mit “Mythos – wofür starb Wassyl Slipak” über den berühmten ukrainischen Opernbariton Wassyl Slipak statt, der im Sommer 2016 in der Ostukraine dem Krieg zum Opfer fiel.

Im Lichtmeß-Kino hatte sich eine sympathische Mischung aus ukrainischen und deutschen Zuschauern versammelt, manchen, denen Wassyl Slipkak bereits ein Begriff war und anderen, die einfach aus Neugier und Interesse gekommen waren. Vor Beginn des Films erzählte Regisseur Ivan Yasnij ein wenig von der Entstehungsgeschichte des Films, wie er auf die Idee für dieses Projekt gekommen war und auch, wie Slipak, den er zu Lebzeiten nicht gekannt hatte, immer mehr zu einem Freund wurde, zu dem er eine starke Verbindung zu fühlen begann.

Im Anschluss an die Filmvorführung bestand die Möglichkeit, dem Regisseur weitere Fragen zu stellen, und es entstand ein überaus interessanter Austausch, der dann in ein entspanntes Gespräch all derer, die noch im Saal verblieben waren, überging.

Wir danken Ivan Yasnij für diesen wundervoll gemachten, oft tragischen, dann aber auch wieder humorvollen Film, der ein so einfühlsames Portrait des Künstlers, aber auch des Menschen Wassyl Slipak zeichnet, und natürlich auch ganz besonders dafür, dass er gestern unser Gast war. Ein ganz besonderer Dank gilt aber auch Oleksij Volynchyk, der durch seine Übersetzung die Wortbeiträge auch für unsere deutschen Gäste verständlich machte und auch dem Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg für die Zusammenarbeit.

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17. Mai: Film “Mythos” – wofür starb Wassyl Slipak?

“Mythos”, das ist die Geschichte von Wassyl Slipak, einem ukrainischen Opernbariton von Weltformat. Geboren in Lviv führte ihn sein Talent schließlich  im Jahr 1997 nach Paris, wo er fortan als Solist an der Nationaloper und im Bastille-Opernhaus tätig war. Im Laufe seiner Karriere gewann Slipak eine ganze Reihe internationaler Preise und trat für Gastspiele in renommierten Opernhäusern in der ganzen Welt auf.

Als 2013/2014 in seiner Heimat die “Revolution der Würde” (Euromaidan) begann, unterstützte er sie mit der ukrainischen Diaspora in seiner Pariser Wahlheimat, war u.a. als Organisator tätig und sammelte Hilfsgelder durch Benefizkonzerte. Nach dem Ende der Maidanproteste folgte die Annexion der Krim und der hybride Krieg in der Ostukraine, dem bis zum heutigen Tag weit über 13.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Slipak verstärkte seine Aktivitäten, um Hilfe für Opfer von Krieg und Besatzung zu organisieren und die Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit auf das Thema zu lenken. Im Jahr 2015 war ihm auch das zu wenig, er wollte vor Ort etwas bewegen. Er entschloss sich deshalb, jeweils für seine Ferien als Freiwilliger an die Front im Osten zu gehen. Den dritten dieser Einsätze überlebte er nicht, er fiel im Juni 2016 der Kugel eines Scharfschützen zum Opfer.

Der Dokumentarfilm (Ukraine, 2018, 63’) der beiden Regisseure Leonid Kanter und Ivan Yasniy porträtiert Leben und Wirken von Wassyl Slipak, sein Wirken als Künstler, seinen Einsatz für die Menschen in seiner Heimat und seinen viel zu frühen Tod. Immer präsent ist dabei die Frage, wofür Slipak starb. Seit seinem Erscheinen im Jahr 2018 wurde “Mythos” auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt, gewann den Preis des Internationalen Filmfestivals Figueira FilmArt in Portugal und wurde von der Kinoakademie der Ukraine zum besten Dokumentarfilm des Jahres 2018 gekrönt.

Wir zeigen den Film am 17. Mai um 19:00 Uhr im Lichtmeß-Kino, Gaußstraße 25, 22765 Hamburg  im Original mit Untertiteln. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussionsrunde mit dem Regisseur Ivan Yasniy statt, der an dem Abend unser Gast sein wird. Zur Kostendeckung erbitten wir 10 € (Ermäßigter Preis: 7 €) pro Person.

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